Richtig auf den Flug vorbereiten

Manche Flüge dauern nur ein paar Minuten, manche 12 Stunden oder länger. Kurze Strecken sind mit einem Nickerchen oder einer Zeitschrift ganz einfach zu bewältigen, doch was ist mit Langstreckenflügen? Bei Interkontinentalreisen empfiehlt sich eine etwas andere Vorbereitung. Manches ist auch völlig unabhängig von der Flugdauer zu beachten. In diesem Beitrag stellen wir euch Tipps und Tricks vor, damit ihr euren nächsten Flug gut übersteht – egal, wie lange ihr im Vogel sitzt.

Einreise- und Einfuhrbestimmungen kennen

Ihr habt lange für euren heiß ersehnten Neuseeland-Urlaub gearbeitet und gespart, und endlich ist es soweit: Ihr–… werdet auf eigene Kosten direkt nach Ankunft in den nächsten Flieger zurück nach Hause gesetzt, weil ihr kein Visum habt. Oder euer Reisepass ist nur noch einen Monat (oder gar nicht mehr) gültig – euer Zielland fordert aber eine Gültigkeit von mindestens 6 Monaten.

Ein anderes Szenario: Ihr dürft einreisen, allerdings mit einer Rechnung, die eure Urlaubskasse mager aussehen lässt. Was ist passiert? Ihr habt zu viel Tabak mitgebracht, oder wollt andere, im Zielland verbotene Sachen mit euch bringen.

Wer von euch die Pro7 MAXX Sendung Border Patrol (Neuseeland, Kanada, etc.) kennt, wird jetzt müde lächeln und sich an manch eine Episode erinnern, denn der Grenzschutz kennt keine Gnade. Jedes Land hat seine eigenen Richtlinien, an die sich jeder Einreisende zu halten hat. Für alle Einreisebestimmungen findet ihr beim Auswärtigen Amt immer die aktuellsten Informationen zu eurem Zielland.

Für die Einfuhrbestimmungen (sprich, was ihr mitbringt) gibt es einen Unterschied zwischen Prohibited Goods und Import Restrictions. Prohibited Goods sind verbotene Güter / Gegenstände wie (in manchen Ländern) Hunde- / Katzenfutter, Drogen oder manche Pflanzensamen. Restricted Goods (eingeschränkte Güter) können z.B. Alkohol, Waffen (z.B. Sportwaffen), Fisch oder manch andere Pflanzensamen.

Habt ihr Restricted Goods im moderaten / erlaubten Maß bei euch, deklariert es auf eurem Einreiseschein, den das Bordpersonal während des Flugs verteilt. Solange ihr richtig deklariert, passiert in der Regel nichts Schlimmes. Auch hier bietet euch das Auswärtige Amt alle nötigen Informationen.

Direktflug vs. Multistopp

Einen klaren Vorteil hat der Multistopp: Ihr habt zwischendurch etwas Zeit, euch die Beine zu vertreten. Ihr könnt eure Reise sogar so planen, dass ihr ein paar Tage in dem Land eures Zwischenstopps bleibt (lokale Einreise- / Visumbestimmungen beachten). Bei einem Flug z.B. von Deutschland nach Australien, mit Zwischenstopp in Singapur, bietet sich das wunderbar an. Gegebenenfalls ist die Multistopp-Variante auch etwas günstiger.

Direktflüge werden jedoch immer beliebter, und das aus guten Gründen: Ihr spart Zeit, da ihr (wie es der Name schon sagt) direkt auf euer Ziel zu fliegt. Das heißt auch weniger Stress, da ihr nicht umsteigen müsst. Wenn ein Zwischenstopp z.B. 1-2 Stunden an einem großen Flughafen ist, und euer erster Flug Verspätung hat, wird es problematisch. Es macht die Reise viel angenehmer und stressfreier, wenn ihr euch am Startflughafen in den Flieger setzen, und an eurem Endziel wieder aussteigen könnt. Die Direktflug-Variante ist, sofern möglich, eine klare Empfehlung.

Es gibt unterschiedliche Flugvergleichsportale wie z.B. Skyscanner oder Opodo, wo ihr die besten Angebote findet. Hier könnt ihr auch filtern, ob ihr keinen oder mehrere Stopps auf dem Weg haben möchtet.

Sitzplatzwahl

Bei Kurzstrecken ist es euch überlassen, welchen Platz ihr euch aussucht, bzw. welchen ihr zugeteilt bekommt. Ihr sitzt lieber am Fenster? Genießt die Aussicht!

Anders sieht’s aus bei Langstreckenflügen. So schön die Aussicht aus dem Fenster auch ist, bei 7, 9 oder sogar 12 Stunden durchgehendem Flug sollte der Komfort nach Möglichkeit Vorrang haben. Viele Fluggesellschaften bieten bereits bei der Buchung (gegen einen kleinen Aufpreis) eine Sitzplatzreservierung an. Alternativ kann es nie schaden, beim Einchecken am Schalter die Mitarbeiter freundlich um einen guten Platz zu bitten. Wenn ihr den Check-In online macht, habt ihr das noch selbst in der Hand.

Was sind die „guten Plätze“ und wo findet ihr die? In der Regel ist der Notausgang eine gute Wahl, wenn diese gegeben ist. Hier werdet ihr allerdings in der Regel kurz vor dem Start von dem Bordpersonal über die Funktion der Tür informiert. Im Ernstfall müsst ihr nämlich reagieren und die Tür aufhebeln! Dafür habt ihr angenehme Beinfreiheit, und neben dem Zug ist das Flugzeug das sicherste Fortbewegungsmittel.

Ist die Maschine nicht ausgebucht, habt ihr oft die Möglichkeit, euch nach hinten umzusetzen. Das Platzsystem besetzt die Plätze meist von vorne nach hinten. Mit etwas Glück könnt ihr euch so eine eigene Sitzreihe ergattern. Bevor ihr euch umsetzt, fragt am besten erst nett das Bordpersonal.

Auch Gangplätze haben bei einem Langstreckenflug ihre Vorteile, allerdings auch Nachteile. Vorteile sind, dass ihr eure Beine ausstrecken könnt. Auch müsst ihr „Nachts“ nicht eure Sitznachbarn aufscheuchen, um auf die Toilette zu gehen. Allerdings werdet ihr von euren Fensternachbarn aufgescheucht, wenn diese aufstehen müssen. Und ihr müsst schnell eure Beine einziehen, wenn das Bordpersonal oder andere Passagiere an euch vorbei möchten.

Um euch bereits vorab über den Sitzplan eures Fluges zu informieren, und einen möglichst guten Sitz zu ergattern, hilft euch der Seatguru. Gebt hierfür einfach eure Fluggesellschaft, Flugdatum und Flugnummer ein, und ihr bekommt den Plan angezeigt.

Premium vs. Economy

Wenn ihr gewillt seid, bei einem Langstreckenflug ein paar Euro mehr auszugeben, lohnt sich ein Blick in das Premium-Angebot der jeweiligen Airline. Denn bei manchen kann sich das mit mehr Beinfreiheit, breiteren Sitzen und mehr Service-Möglichkeiten durchaus lohnen. Ob es sich für euch lohnt, kommt dann ganz auf euch an.

Kleidung und Hautpflege

Je länger der Flug, desto mehr möchte man die Zeit halbwegs gemütlich verbringen können. Wenn schon nicht in einem bequemen Sitz, dann doch wenigstens in bequemer, nicht einengender Kleidung, richtig? Reist ihr in den Urlaub, spricht nichts gegen Jogginghose und Strickjacke oder Hoodie. Vor allem bei langen Flügen können faltbare Reiseschlappen und dicke Socken viel in Sachen Komfort ausmachen, und sie nehmen kaum Platz weg.

Da in der kühl klimatisierten Luft an Bord die Haut schnell austrocknet, bietet es sich an, Gesichts- und Handcreme im Handgepäck einzupacken. Hier reicht schon eine kleine Reisetube bis 100ml aus, die z.B. Drogeriemärkte zu genüge im Sortiment haben. Sind eure Augen empfindlich, bieten sich ggf. auch Augentropen an. Vor der Sicherheitskontrolle solltet ihr diese Gegenstände, wie alle weiteren Pflegemittel oder Flüssigkeiten, in einer durchsichtigen Tüte parat haben. In einem vergangenen Bericht haben wir eine Übersicht für euch erstellt, was ihr in eurem Hand- und Abgabegepäck transportieren dürft.

Kleiner Exkurs: Viele von euch fragen sich bestimmt, warum es überhaupt eine 10×100 ml Flüssigkeitsbeschränkung bei Flugreisen gibt. Das haben wir Leuten zu verdanken, die in versiegelte Plastikflaschen durch kleine Löcher explosive Flüssigkeiten eingeflößt haben. Solche Vorgehen endeten in der Vergangenheit tödlich für einen Passagier, und mit einem großen Loch in der Flugzeugwand. Laut der TSA (Transportation Security Administration) sind 10×100 ml pro Passagier unter dem Limit, der tatsächlichen Schaden anrichten kann.

Zum Thema Kleidung sollten bei Langstrecken auch Stützstrümpfe erwähnt werden. Manch einer wird vor allem den jüngeren unter euch sagen, dass ihr „zu jung“ seid. Doch auch eine Thrombose macht vor keinem Alter Halt. Selbst, wenn es nicht unbedingt von Nöten ist – sicher ist sicher. Stützstrümpfe sind nicht zu verwechseln mit Kompressionsstrümpfen! Stützstrümpfe sind nur etwa kniehoch, sind frei erhältlich, und kommen in unterschiedlichen Farben. Sie können sich auch für den Büroalltag eignen, wenn ihr zu Wassereinlagerungen in den Beinen / Füßen neigt. Zu der Frage, ob solche Strümpfe wirklich notwendig sind, findet ihr in einer Studie vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen weitere Informationen.

Im Zweifel gilt natürlich immer: Sprecht mit eurem Arzt, wenn ihr euch unsicher seid.

Verpflegung

Die Meisten Airlines bieten Mahlzeiten ohne zusätzlichem Aufpreis an. Trotzdem solltet ihr euch vor der Buchung darüber vergewissern, um am Ende nicht ein größeres Loch in eurem Bankkonto zu haben. Je nach Flugdauer kann es eine „Mahlzeit“ von einem Brot geben, oder sogar warmes Essen zu zwei unterschiedlichen Zeiten. Besonderheiten (z.B. Allergien oder vegane Kost) sollten frühzeitig angemeldet werden, damit die Fluggesellschaft Zeit hat, sich vorzubereiten.

Doch seid ihr nicht an die Bordzeiten gebunden, um etwas essen zu können. Ihr könnt nämlich eigenes Essen und Snacks in eurem Handgepäck mitbringen. Ob ein Brötchen von Zuhause, Kekse / Süßigkeiten oder Obst, euer Magen braucht während eines langen Flugs nicht zu knurren. Bonbons und Kaugummi sind übrigens auch wunderbar gegen den Druckausgleich im Flugzeug.

Bewegung

In allen Fällen solltet ihr euch trotz – oder gerade wegen – mangelndem Platz regelmäßig bewegen. Geht die Gänge alle 1-2 Stunden auf und ab. Trinkt viel Wasser; das ist gut für euren Wasserhaushalt, Haut, Blutdruck, und für zusätzliche Toilettengänge. Aktiviert eure Wadenmuskelpumpe.

Schlaf & Jetlag

Hier streiten sich die Geister. Aus eigener Erfahrung kommt es beim Schlaf darauf an, in welche Richtung und wie lange ihr fliegt. Geht die Reise gen Osten, also mit den Zeitzonen, kann es sich lohnen, nicht viel zu schlafen. Für viele ist das in einem recht unbequemen Flugzeug keine Herausforderung. :) Allerdings ist die persönliche Erfahrung eures Schreiberleins natürlich nicht für Jedermann zutreffend.

Versucht euch in eurem Zielland und nach der Rückkehr schnell an die örtliche Zeitzone anzupassen. Wenn es euch möglich ist, ca. 3 Tage vor Abflug euren Schlafrhythmus an das Zielland etwas anzupassen, z.B. je 1-2 Stunden Richtung Zielzone, kann das gegen möglichen Jetlag helfen.

Entertainment

Bei kürzeren Flügen (unter 3, 4 Stunden) kann man die Zeit ja noch recht einfach vertreiben. Ein bisschen im Buch lesen, Kreuzworträtsel lösen, Musik hören, oder etwas dösen. Doch bei einem langen Flug möchte unser Gehirn etwas Abwechslung haben. Hier bieten zum Glück viele Fluglinien ein Bordprogram am Platz. An der Rückenlehne des Vordersitzes ist ein Bildschirm, der in vielen Fällen Filme, Spiele, Musik, und / oder eine Live-Außenkamera bietet. Oft gibt es auch Informationen zum Flug, wie die Außentemperatur, Flughöhe, Geschwindigkeit, etc.

Alternativ könnt ihr natürlich euer Tablet / iPad / Laptop während des Flugs nutzen. Achtet allerdings darauf, dass eure Geräte im Flugmodus sind. Hier eine kleine Liste mit Ideen für den Zeitvertreib auf kurzen und langen Flügen:

  • Buch lesen / Hörbuch hören
  • Runtergeladene Podcasts hören
  • Runtergeladene Filme oder Serien schauen
  • Musik hören
  • Bordprogramm am Platz nutzen
  • Weiter im Reiseführer blättern
  • Kreuzworträtsel- / Puzzlebuch
  • Eine eigene Geschichte planen und anfangen zu schreiben
  • Stricken (Stricknadeln am besten aus Holz oder Kunststoff)

Flugangst?

Bei Flugangst kann es verlockend sein, vor oder während dem Flug Alkohol zur Entspannung zu trinken oder Schlaftabletten zu nehmen. Allerdings ist von beidem abzuraten. Hoch über den Wolken, wo der Luftdruck und Druckausgleich mit eurem Körper spielen, kann Alkohol einen viel stärkeren Einfluss als auf dem Boden haben. Auch solltet ihr während des Flugs für den Fall der (extrem seltenen) Fälle bei klarem Verstand sein, was Alkohol und Schlaftabletten vermeiden.

Was könnt ihr also stattdessen tun?
Sagt schon zu Beginn (beim / nach dem Boarding) dem Flugpersonal Bescheid. So kann während des Flugs zwischendurch jemand nach euch schauen. Zusätzlich können Entspannungs- und Atemübungen, aber auch Ablenkung z.B. durch einen Film sehr hilfreich sein.

Handgepäckmengen

Dieses Thema verdient eine eigene Kategorie, denn die Handgepäckauswahl trägt einen entscheidenden Beitrag zum Flug. Manche Airlines erlauben zwei Gepäckstücke an Bord, eine Handtasche und Kabinentrolley. Manch andere erlauben nur ein Stück. Sollte letzteres der Fall sein, verstaut alles, was ihr an eurem Platz braucht / haben möchtet in eine Handtasche, und diese in den Kabinentrolley. So könnt ihr an eurem Platz den Trolley sicher verstauen, und eure essentiellen „Reisebegleiter“ bei euch am Platz verstauen.

Fazit

Gemütlich und absolut entspannt ist fliegen wahrscheinlich nur, wenn man z.B. die First Class Suite von Emirates bucht. Doch auch in der Economy oder Economy+ / Premium Klasse kann man einen Flug gut überstehen, wenn man sich richtig vorbereitet. Wir hoffen, dass euch unsere Tipps und Tricks für den nächsten Flug für eine etwas entspanntere Zeit wappnen.

Eure Janine vom Koffermarkt.com-Team

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