Mit Sondergepäck in den Flieger? Das kann richtig teuer werden!

Wenn ihr auf die eigene Sport- oder Tauchausrüstung im Urlaub nicht verzichten wollt, könnt ihr beim Abflug schnell eine böse Überraschung erleben: Den das Sondergepäck kostet meist eine ganze Menge extra und macht so aus dem vermeintlich günstigen Urlaub schnell einen richtig teuren Spaß.
Was ihr deshalb darüber wissen müsst, erfahrt ihr jetzt.

Sondergepäck ist nicht gleich Sondergepäck

Sondergepäck wird meist zu Pauschalpreisen berechnet und im Grunde gibt es kaum etwas, dass ihr nicht gegen eine separate Gebühr im Flugzeug transportieren könnt: Fahrräder, Surfbretter, Kanus, Tauchausrüstungen, Tiere, Rollstühle, Musikinstrumente, Sportwaffen und sogar Geweihe. Letzteres fliegt bei US Airways für „nur“ 200 US $ je Strecke mit – die Jäger wird’s freuen.

Jede Airline hat hier ihre eigenen Preise und oftmals sind es gerade die vermeintlich günstigen Fluglinien, die gerade bei den Zusatzkosten ordentlich zulangen. So verlangt Air Berlin für den Transport einer Golfausrüstung auf der Langstrecke zusätzlich 150,- Euro. Bei Tui fly sind es lediglich 65,- Euro. Hin und zurück lassen sich also leicht bis zu 170,- Euro an Gepäckgebühren einsparen.

Wenn ihr eure komplette Tauchausrüstung mit in den Urlaub nehmen wollt, solltet ihr hier auch mit Zusatzkosten von 50 bis 150 Euro je Strecke rechnen – hin und zurück also mit 100 bis 300 Euro. Die Tauchflasche muss für den Transport vollständig entleert sein, damit sie bei einem Defekt kein Loch in den Rumpf des Fliegers schlagen kann. Tauchlampen dürfen im Regelfall nur zerlegt als Handgepäck transportiert werden.
Wenn ihr nicht unbedingt eine eigene Tauchflasche benötigt, könnt ihr den Tauchanzug, die Tarierweste und das restliche Zubehör auch als normales Gepäck im Koffer aufgeben. Das ist oft deutlich günstiger. Tauchflaschen lassen sich in den meisten Urlaubsgebieten günstig in Tauchshops und Tauchschulen vor Ort mieten.

Fahrräder müssen für den Transport verpackt werden. Die Luft muss aus den Reifen gelassen und der Lenker parallel zum Rahmen ausgerichtet werden. Die Pedalen und andere herausragende Teile sind zu entfernen. Viele Fluglinien bieten vor Ort kostenpflichtig eigene Verpackungen (sogenannte „Bike-Boxen“ oder Fahrradkoffer) an in den meisten Fällen reicht es aber, wenn ihr das Rad gut gepolstert mit Verpackungsfolie umwickelt und mit Packband zu einem großen Paket verklebt. Für den Transport fallen auch hier wieder sehr unterschiedliche Preise an: Je nach Fluglinie und Strecke müsst ihr mit 50 bis 150 Euro rechnen. E-Bikes werden nicht transportiert – deren Akkus gelten als Gefahrengut und Sicherheitsrisiko. Auch hier solltet ihr euch die Frage stellen, ob ihr euer eigenes Fahrrad unbedingt benötigt. Viele Hotels bieten Ihren Gästen bereits Fahrräder im Verleih an – manche sogar kostenlos. Und auch Radläden verleihen in vielen Fällen Fahrräder und E-Bikes an Touristen.

Surfbretter müssen als ein Gepäckstück verpackt sein, vorzugsweise in einem sogenannten „Quiver Bag“. Kites sollten in einer entsprechenden Kitetasche verstaut werden. Bei einigen Fluglinien lässt sich das Surfbrett zu den Konditionen eines zusätzlichen Koffers mitnehmen, andere verlangen eine separate Gebühr. Mit 50 bis 100 Euro könnt ihr hier je Strecke rechnen. US Airways verlangt sogar 200 US Dollar für den Transport. Da ist das Mieten eines Surfbretts vor Ort oft die deutlich bessere Alternative.

Rollstühle und Gehilfen lassen sich hingegen oft kostenlos transportieren, zumindest sofern ihr persönlich darauf angewiesen seid. Bei elektrischen Rollstühlen kann es nötig sein die Akkumulatoren auszubauen und diese in einer separaten Box transportieren zu müssen. Die genauen Beförderungsbedingungen solltet ihr vor der Buchung bei der jeweiligen Airline erfragen.

Sondergepäck sollte immer angemeldet und rechtzeitig abgegeben werden

Sondergepäck sollte schon bei der Buchung des Fluges oder danach telefonisch bei der jeweiligen Fluglinie von euch angemeldet werden. Wenn ihr spontan am Abreisetag mit unangemeldetem Sondergepäck am Schalter steht, müsst ihr mit einer Ablehnung der Gepäckbeförderung oder zusätzlichen Bearbeitungsgebühren rechnen.
Außerdem solltet ihr etwas Zeit für die Aufgabe des Sondergepäcks am Flughafen einplanen und rechtzeitig vor Ort sein. Der Ausbau der Akkumulatoren aus elektrischen Rollstühlen oder das Einpacken des Fahrrades in eine Bike-Box erfordern ebenfalls Zeit, die eingeplant werden muss.

Wenn du also mit Sondergepäck verreisen willst, dann solltest du möglichst schon vor der Buchung deiner Reise die Zusatzkosten dafür genau vergleichen. Gerade billige Airlines lassen sich zusätzliches Gepäck oft besonders teuer bezahlen. Das angeblich günstige Angebot entpuppt sich bei Abflug dann schnell als Mogelpackung. Wer deshalb schon vor der Buchung des Tickets die Zusatzkosten und Gebühren genau vergleicht, spart so oft eine Menge Geld und Ärger.

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